In unserer kleinen, temporären Reisegruppe war auch ein älterer Amerikaner mit seiner sehr jungen thailändischen Freundin. Er leitet hier eine Sprachschule, spricht aber selbst kein Thai. Will aber hier bleiben. Wir fragen uns immer, wie man ohne einen kulturellen Bezug zu dem Land, in dem man dauerhaft leben will, überhaupt existieren kann. Wie soll das gehen, ohne die Sprache des Landes sprechen zu können?
Übrigens ist uns dabei auch eine Lösung für die vielen Überschwemmungen in Deutschland gekommen. Es einfach wie die Thai machen und Häuser auf Stelzen bauen. Die freien Räume unter den Häusern könnten als Carports u.ä. genutzt werden und bei Hochwasser würde dasselbige einfach unter durch fließen. So einfach könnte es gehen.
Abends war es dann lustig. Wir kehrten zunächst bei einem vietnamesischen Lokal ein, dessen Bedienung wir und dessen Essen uns überforderte. Immerhin war es lustig, danach ging es zu einem der vielen Italiener hier in der Stadt. Prall besucht, vor allem eine größere chinesische Gruppe sass am Nachbartisch. Die Bedienung war freundlich, verstand uns aber auch nicht wirklich, statt des Rotweins kam Weißwein und dass Helga Brot zu ihren Tomaten haben wollte, blieb ihm auch lange Zeit unklar. Aber es machte allen Beteiligten viel Spass.
Auf Chinesen stoßen wir übrigens überall, so auch heute wieder und sie sind eigentlich immer sehr freundlich und sprechen ein deutlich besseres Englisch als die Thai selbst.
Heute waren wir im Zoo, und ja, es war nicht wirklich nett. Dabei ist das Gelände sehr groß und bergig, aber es dürfen Autos überall hin fahren und die Gehege für die Tiger, Leoparden und Löwen sind wirklich sehr klein. Dafür ist das Vogelgehege riesig und wir haben die beiden Pandas sehen können. Es war wieder einmal sehr heiß und anstrengend. Zurück sind wir erneut mit dem Sammeltaxi gefahren, unserem liebsten Reisegefährt hier in Thailand. Das klappt inzwischen sehr gut. Unser Ziel war der Samstagmarkt südlich der Altstadt, der besser sein soll als der tägliche Nachmarkt. Beide sind riesig. Während es auf dem Nachtmarkt jede Menge Kleidung, Rucksäcke und Kopfhörer gibt (die können eigentlich nicht echt sein bei den niedrigen Preisen), gab es auf dem angeblich besseren Samstagmarkt vor allem Kunstgewerbe. Um 18 Uhr wurde übrigens die Nationalhymne gespielt und alles stand still. Das stelle man sich mal in Deutschland vor!
Zurück sind wir mit einem Tuk-Tuk gefahren, diesmal ohne spannende Situationen. Dabei ist der Verkehr hier faszinierend. Angeblich gibt es viele schwere Verkehrsunfälle und wenn man sich ansieht, wie die Leute fahren, dann glaubt man das wirklich auf den ersten Blick. Viele Zweiradfahrer - und es gibt insgesamt sehr viele davon und auf vielen Mopeds und Rollern sitzen zwei bis vier Personen, d.h. etwa zwei Erwachsene und zwei Kinder - tragen keine Helme, die Mitfahrer in den Tuk-Tuks oder den Sammeltaxis sind natürlich nicht angeschnallt. Verkehrsregeln werden nur grob eingehalten, alles wuselt scheinbar durcheinander. Bei näherem Hinsehen funktioniert die Sache aber ganz gut, vor allem deshalb, weil alle letztlich Rücksicht aufeinander nehmen und nicht aggressiv gegeneinander fahren. In den letzten Tagen haben wir noch keine wirklich gefährliche Situation gesehen!
Morgen ziehen wir noch einmal um, nach langem Überlegen geschieht das aber innerhalb der Stadt, es gibt noch einige Dinge, die wir hier ansehen wollen. Bislang waren wir im Osten der Stadt, direkt hinter dem Bahnhof. Der Weg zur Altstadt dauerte zu Fuß etwa eine halbe Stunde und war nicht wirklich schön. Jetzt geht es in den Südosten, etwas dichter an der Altstadt dran. Die Stadt sieht hier viel schöner aus. Wir sind gespannt.