Sonntag, 17. Oktober 2010

Das iPad - zweite Erfahrungen

Nun habe ich das iPad schon einige Woche im Dauereinsatz - und das ist wirklich so gemeint. Das iPad ist fast mehr im Betrieb als meine anderen Rechner. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich in mehreren Büros arbeite und viele Besprechungen habe. Das iPad ist da der beste Begleiter: leicht, schnell einsatzbereit, dank Dropbox und Goodreader alle wichtigen Dokumente dabei. Mails können abgerufen werden, Termine und Aufgaben sind jederzeit zur Hand (nach einigem Testen nutze ich Pocket Informant HD). Notizen können mit Simplenote oder Evernote nicht nur schnell angelegt, sondern mit allen anderen Rechnern und dem iPhone abgeglichen werden. Wenn einige das iPad gern als „Gefängnis“ bewerten, so kann ich davon nur wenig feststellen. Dank der „Cloud“ kann ich alle relevanten Daten für meine Arbeit schnell und unproblematisch synchronisieren, sofern WLAN (ich habe keine UMTS-Variante) zur Verfügung steht. DAS allerdings ist die Voraussetzung für die gesamte Arbeit. Ohne sie geht nichts. Ein Import von Daten über Bluetooth oder den Adapteranschluss geht nicht oder nur ansatzweise (über iTunes). Hier hat das iPad sicher eine Schwachstelle. Aber, und das ist wichtig, der Rest funktioniert nicht nur, er funktioniert sogar sehr gut.
Das gilt auch für Office-Anwendungen wie Pages, dem ich nach einiger Skepsis zunehmend etwas abgewinnen kann. Noch bleiben Lücken und teilweise ist dies auch gut so, denn an überladenen Programmen haben wir genug in der Windows- und Linux- und Mac-Welt. Aber Briefe schreiben kann man auch mit dem iPad, mailen ohnehin, Termine verwalten auch und pdfs lesen erst recht. Das war die besondere Entdeckung der letzten Woche. Dank digi20 (http://digi20.digitale-sammlungen.de) hatte ich eine Reihe von Büchern als pdfs auf dem iPad mitgenommen und gelesen. Mein Eindruck jedenfalls lautet: Wozu noch Papier? Das Display ist prima; wenn es nicht spiegeln würde und dann noch die Auflösung des iPhone 4 hätte, wäre es hervorragend. Man sollte damit im Schatten, am besten in der Wohnung lesen - das tue ich aber mit klassischen Büchern auch am liebsten. Dann hat man ein sehr gut ablesbares Display, in den Büchern lassen sich Notizen und Anmerkungen anlegen (dank des letzten Updates von Goodreader ist keine weitere Anwendung mehr nötig).
Was ich mir wünsche? Die Möglichkeit, einfacher Daten einzulesen, meinetwegen über Goodreader, wenigstens über Bluetooth, besser zumindest über einen SD-Anschluß (den es ja grundsätzlich per Adapter gibt, nur kann man darüber lediglich Fotos importieren). Fotos lassen sich ohne iTunes-Verbindung praktisch nicht verwalten, auch wenn es dafür ein eigenes App gibt, ich benutze Photo Sort HD. Aber das sind eher Details.
Das Konzept überzeugt von Tag zu Tag mehr. Das iPad ist eine Arbeitsmaschine, eigentlich für Wissenschaftler gemacht, auch wenn die richtig guten Apps fehlen. Wann etwa gibt es eine richtige Literaturverwaltung für das iPad? Derzeit gibt es nur Mendeley in einer einfachen Version zumindest zum Ansehen von Literaturtiteln, aber mehr bietet sie nicht. Ein anderes Problem besteht darin, dass viele Software erst für das iPad geschrieben werden muss, d.h. ich bin immer wieder dabei, nachzusehen, ob es neuere, bessere Software für einzelne Aspekte gibt. Dennoch entwickelt sich das iPad zu einem Immer-Dabei-Rechner, weniger zum Spielen, als zum „richtigen“ Arbeiten.